Langendorf – Fahrzeugbau seit 1889
Die Geschichte der Firma Fahrzeugbau Langendorf geht zurück bis in das Jahr 1889. Damals gründete der Urgroßvater des jetzigen Firmeninhabers Heinz Bernd Langendorf, in Waltrop eine Schmiedewerkstatt mit Hufbeschlag und Wagenbau.
Im Jahre 1892 kaufte er das Haus Waltrop, Hochstraße 29, mit der Schmiedewerkstatt von der damaligen Holzhandlung Nierhoff. Es wurde vereinbart, sämtliche Hufbeschlag- und Schmiedearbeiten des Sägewerks zu übernehmen. Man nannte sich Huf- und Wagenbauschmiede, da man sich nicht nur mit dem Hufbeschlag, sondern auch mit der Herstellung von Kutschwagen mit Holzrädern und Eisenbeschlag sowie von Fahrzeugen für die Landwirtschaft befaßte.
Sein ältester Sohn Bernhard, geb. am 24. April 1889, erlernte bei seinem Vater das Schmiedehandwerk und übernahm nach bestandener Meisterprüfung im Jahre 1914 die Schmiedewerkstatt.
Neben den üblichen Schmiedearbeiten befasste sich Bernhard Langendorf auch weiterhin mit dem Wagenbau. Er leitete seine Schmiedewerkstatt mit großem Geschick und viel Fleiß, denn trotz Kriegsteilnahme, Weltwirtschaftskrise und die damit verbundene Inflation konnte er den Betrieb aufrechterhalten.
Sein jüngster Sohn Heinrich, der am 21. Mai 1924 geboren wurde, trat in die Fußstapfen seines Vaters. Er erlernte das Schmiedehandwerk, absolvierte nach Kriegsende die Meisterprüfung und übernahm schließlich 1950 den väterlichen Betrieb. Die Firmierung lautete von nun an: Fahrzeugbau Bernhard Langendorf und Sohn.
Bedingt durch die zunehmende Motorisierung musste sich Heinrich Langendorf hinsichtlich der Herstellung von Fahrzeugen den gewandelten Bedürfnissen der Landwirtschaft und der Industrie anpassen. Er vergrößerte die Schmiedewerkstatt entsprechend und rüstete sie für den Anhängerbau aus.
Unter der Mithilfe seines Vaters, drei Gesellen und einem Lehrling, begann er mit der Produktion von luftbereiften landwirtschaftlichen Anhängern. Diese wurden anfangs noch mit einem Kutschbock ausgestattet, da nicht jeder Bauer ein entsprechendes Zugfahrzeug besaß und somit diese Anhänger auch durch Pferde ziehen lassen konnte. Nach und nach wurden diese Fahrzeuge verbessert und weiterentwickelt sowie mit einer Zwei- bzw. Dreiseitenkippvorrichtung ausgerüstet und schließlich im Jahre 1952 die ersten 16 to Kippanhänger speziell für den öffentlichen Straßenverkehr mit Geschwindigkeiten bis 80 km/h fertiggestellt.
1950: Die Zeit des Wiederaufbaus in der BRD und der damit verbundene konjunkturelle Aufschwung führte zu einer gewaltigen Nachfrage nach den hergestellten Fahrzeugen. Bald reichten die vorhandenen Kapazitäten nicht mehr aus, so dass Heinrich Langendorf eine Werkshalle von 30 x 30 m erbaute und die Büroräume vergrößerte. Mit Hans Dehling wurde ein Betriebsleiter eingestellt, Georg Dahm war erster Verkäufer.
Auch seine Ehefrau Auguste Langendorf stand ihm zu jeder Zeit mit Rat und Tat zur Seite. Sie übernahm alle kaufmännischen Arbeiten des mittlerweile auf 24 Mann angewachsenen Fahrzeugbaubetriebes.
1956 entwickelte Heinrich Langendorf einen Tieflade-Anhänger, dessen hintere Pendelachsen selbsttätig ausschwenkten. Diese Erfindung des so genannten ausschwenkbaren Tiefladers ließ er sich im In- und Ausland patentieren und diese Patente verschafften Heinrich Langendorf den Durchbruch zum angesehenen Fahrzeugbauer.
Dieses Fahrzeug erweckte bei vielen Bauunternehmern großes Kaufinteresse, so dass sich auch schon bald Verkaufserfolge einstellten und der ausschwenkbare Tieflader in der gesamten BRD und sogar weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt wurde. Letztlich schuf diese Entwicklung die Grundlage für weitere Aktivitäten von Heinrich Langendorf.
Im Jahr 1960 entstanden auf der Bahnhofstrasse 115, dem jetzigen Betriebsgelände, die ersten Fertigungshallen und Bürogebäude. Das Betriebsgelände umfasste damals schon 10.400 m². Anfang 1960 beschäftigte Langendorf bereits 60 Mitarbeiter. Man war jetzt in der Lage, auf die hohen Ansprüche der Nutzfahrzeugindustrie einzugehen. Langendorf entwickelte sich seit 1960 verstärkt zum Spezialisten für Kippfahrzeuge, Tiefladeanhänger und Sonderfahrzeuge.
Der Anfang der 1970er Jahre war gekennzeichnet durch die Entwicklung des Spezial-Sattelaufliegers mit Ladekran und Greifer, dem „Steintransporter“. Trotz allgemein schlechter Wirtschaftsprognosen bewies Heinrich Langendorf seinen Unternehmerinstinkt und beschloss im Jahr 1970 die Vergrößerung der Produktionshallen und des Konstruktionsbüros. Abgerundet wurde der Produktionsbereich durch den Bau einer modernen Lackiererei auf einem neu erworbenen Betriebsgelände.
Die Jahre 1980 bis 1990 waren durch großzügige Erweiterungen und Neubauten gekennzeichnet, welche das Betriebsgelände auf 47.000 m² erweiterten.
Ende der 1990er Jahre vollzog sich der nächste Generationenwechsel im Hause Langendorf. Die Geschäftsleitung ging auf Heinz Bernd Langendorf über.
Im Rahmen der ständigen Erweiterung der Aktivitäten wurde auch das Gebrauchtfahrzeuggeschäft ausgeweitet, was 2001 in der Gründung der Langendorf Trading GmbH durch Heinrich Langendorf und den Verkaufsleiter Bernd Böse mündete. Langendorf Trading konzentriert sich ausschliesslich auf das Gebrauchtfahrzeuggeschäft im Bereich der Kippfahrzeuge, Tiefladefahrzeuge und Spezialfahrzeuge, Sattelzugmaschinen etc.
Im Rahmen der konjunkturellen Probleme in der Bauindustrie, welche die Branche seit der zweiten Hälfte der 1990er Jahre begleiten fand Ende 2002 eine Neuausrichtung von Langendorf statt, welche mit einer Produktbereinigung auf die Kernbereiche Kippfahrzeuge, Innenlader und Tiefladefahrzeuge und einer intensivierten Exporttätigkeit verbunden war. Die Geschäftsführung wurde gemeinsam durch Heinz Bernd Langendorf und den langjährigen Verkaufsleiter Bernd Böse übernommen.
Teil dieser Neuausrichtung war die Gründung der Langendorf Service GmbH, welche an den Standorten Waltrop und Potsdam den Service für Langendorf-Fahrzeuge und auch für alle anderen Fabrikate betreibt.
Die folgenden Jahre waren geprägt von einer kontinuierlichen Ausweitung der Auslandsaktivitäten mit Konzentration auf die osteuropäischen Länder. Bis heute haben eine Vielzahl von neuen Geschäftspartnern und Vertretungen dazu beigetragen, den Exportanteil von Langendorf auf etwa 50% zu erhöhen.
Eine konsequente Marktbearbeitung in Osteuropa führte 2005 zur Gründung eines Werkes in Medias/Rumänien. Dieses Werk unterstreicht zum einen die Marktpräsenz von Langendorf in Osteuropa, zum anderen wird die Position als einer der führenden Spezialisten im Fahrzeugbau gefestigt.











